Farbe war einmal. Wer heute erotisch fotografiert, sieht nur schwarz-weiß: Starfotografen sind in der Lage, auch eine Brünette oder Foxy Lady in schwarz-weiß authentisch dem Betrachter zu vermitteln. Und schickt ihn auf eine erotische Reise der besonderen Art.
Russ Meyer in Farbe? Undenkbar! Ob blonde Verführung, schwarzhaarige Versuchung oder rote Verlockung – ein echter Profi vermag auch in schwarzweiß die richtige Tönung in den Vordergrund zu stellen. Nie war wasserstoffblond so suchtgefährdend, wie bei dieser Form der Fotografie. Sie kennen Russ Meyer? Was wären seine Filme in Color? In schwarz-weiß gefilmt begeisterten sie die Männerwelt. Foto unten rechts: Ansehen, Augen zu und beschreiben: Brüste, Nippel, Teller, schattiertes Dreieck zwischen den Schenkeln, Bauchnabel ... und, was und? Eben! In Farbe abgelichtet würden sie die Ab- sätze und Linien im Hintergrund beschreiben.
Problemzonen werden mit einem Mal zu erogenen Vorzügen. Ausladende Hüften, stramme Schenkel oder andere Details, die einen Farbfotografen zum Verzweifeln bringen. Da helfen Computerretuschen nur wenig. Lassen auch Laienbetrachter ins Grübeln bringen, wenn Hochglanzfotos offensichtlich im Nachhinein geglättet wurden. Viele Farbfotos werden heute sogar in Musik-Clip-Manier nachträglich coloriert. Es entsteht eine Optik, wie man sie in einem Rauschzustand haben soll. Das schreit nach einer Umkehr. Zur Reduktion aufs Wesentliche. Das Objekt der Begierde. Die Frau rückt wieder ins Zentrum des Objektivs, des Betrachters, weg von ablenkenden Accessoires hin zum Femininen. Hm, rote Äderchen überschminkt? In schwarz-weiß sehen wir diese freche Zunge, wie sie lasziv über die wollüstigen Lippen streicht. Wir entdecken die Anziehungskraft eines Venushügels. Der schwarze Punkt ist nicht einfach nur ein Nabel. Man möchte ihn erforschen wie eine unbekannte Galaxie. Beide Hüftknochen mit den Daumen massieren. Den Duft der Vagina erahnen. Die Zunge ist schon dort. Hände umfassen den Po, wandern die Schenkel hinab über die Knie. In der optimalen Position rasten die Hände an Knöcheln und die Zunge in der Scham ein. Merken Sie etwas: Sie waren mit auf einer erotischen Reise. Tagträumend auf die Bilder schauend vermischt mit Ihren eigenen Fantasien. Das vermag nur kunstvolle schwarz-weiß Fotografie zu erzeugen. Farbig und bunt sind sehr direkt, mitunter auch obszön. Kann schön und mitreißend sein. Keine Frage. Zwei Herzen schlagen in des Mannes Brust. Nicht immer will man fantasieren. Es darf gerne direkt und ohne Umschweife sein. Man will ja nicht immer Champagner und Kaviar. Aber ab und zu reizt es einen doch. Und dann zupft man den Bildband in schwarz-weiß hervor. Was vermag schwarz-weiß noch zu vermitteln. Muttermale, hm, diese kleinen erotischen Heißmacher. Das große Bild rechts. Über dem üppigen Busen der vollmähnigen Schönheit ist er. Magisch. In Farbe na ja. Aber hier im Kontrast? Beinahe ein Muss. Gäbe es ihn nicht, müsste die Maskenbildnerin ihn erfinden. Hat sie oder hat sie nicht? Die Schattierung unter den gewölbten Brüsten hebt die Üppigkeit der beiden Glanzstücke hervor. Schattierungen, die in Farbe untergehen.
