Orgasmus der Frau beim Geschlechtsverkehr - Sexberatung

Sex-Beratung von Frau Dr. Katja Schlegger

Jessica (21) kommt beim Geschlechtsverkehr nicht zum zum Orgasmus und bittet um Hilfe: "Ich hatte schon oft Sex, aber irgendwie spüre ich es nicht, dass ich kommen könnte. Es hat bisher nur 2 Mal von alleine geklappt, wo ich auf ihm drauf saß. Was kann ich machen, dass es auch vielleicht so kommt, ohne nach zu helfen?"

Antwort von Frau Dr. Katja Schlegger:

In Deiner Frage steckt ein Widerspruch:
Orgasmen ohne nachzuhelfen, gibt es nicht! Die folgende Liste verrät Dir, wie Du Dir selbst helfen kannst. Beachte bitte ALLE Punkte, denn sie hängen ALLE miteinander zusammen. Nur wenn alles richtig zusammenspielt, werden Dir die Höhepunkt leichter gelingen. Nimm Dir Zeit und versuche Dich dem Thema, neu zu nähern ...

Punkt A: Das Gehirn
Orgasmen werden im Gehirn gesteuert. Darum sorge dafür, dass dort alles richtig läuft. Sorgen, Stress, die alltägliche Tagesplanung "Was muss ich noch erledigen?", Traurigkeit und das gezielte Nachdenken "Dieses Mal muss ich doch einen Orgasmus haben" - all das entfernt Dich von Deinem Höhepunkt. Erfülle Deine Gedanken mit dem Gegenteil: „Ich will Spaß haben. Ich folge nur meiner Lust. Ich probiere alles aus, was mir gefällt – einfach so ...

Punkt B: Körpertraining
Orgasmen kann niemand erzwingen! Doch eine Frau kann selbst dafür viel tun. Nachdem sie dafür gesorgt hat, dass die Rahmenbedingungen, Licht, Atmosphäre, Zeitpunkt und Ort stimmen, kann sie nach dem bewussten Einschalten ihres Lustzentrums im Kopf mit dem Körper weiter machen.

Erstens soll sie die Atmung bewusst verstärken, mal hecheln, tief ein und ausatmen und sich immer mehr in Rage stöhnen: laut, innig und ruhig etwas übertrieben.

Zweitens ist der Dreh- und Angelpunkt:
Frauen müssen gezielt ihre Beckenbodenmuskulatur einsetzen. Sie müssen bewusst mit ihrer Vagina den Penis vollständig umschließen. Und das gelingt der Frau mit dem gekonnten Beckenbodenmuskulatur-Einsatz. Trainiert wird dieser Orgasmusmuskel in dem man das Poloch zusammenkeift oder so tut, als würde man den Urinstrahl stoppen. Das Training kann unauffällig den ganzen Tag lang stattfinden – im Büro, vorm Einschlafen, im Gehen – überall. Und diese von Tag zu Tag immer häufiger und intensiver trainierte Übung vollführt die Frau dann auch bei der Penetration: im geilen Rhythmus an- und entspannen! Die Frau massiert so mit der Vagina den Penis und das verstärkt die für den Höhepunkt notwendige Reibung.

Drittens: Bewege Deinen Körper. Lass Dein Becken kreisen, streck Dich ihm entgegen, öffne Deine Schenkel weit, schließe sie eng zusammen während er in Dir steckt und massiere Deinen Brüste. Mit anderen Worten lass Dich komplett gehen und fallen.

Punkt C: Die Klitoris
Neuste Forschungen gehen davon aus, dass jeder weibliche Orgasmus von der Klitoris ausgeht. Da ihre Ausläufer nicht nur in die Vagina ausstrahlen, sondern sogar bis in die Oberschenkel reichen. Darum muss der Kitzler in jedem Fall richtig stimuliert werden. Entweder macht das die Frau mit der Hand selbst oder der Mann übernimmt das zusätzlich zum Stoßen. Die Klitoris sollte schon vor dem Eindingen in die Vagina ausreichend gereizt werden: mit Finger und Zunge, wenn sie vor Erregung anschwillt ist sie auch leichter vom Penis während des Verkehrs erreichbar. Beispiel: Wenn Du wieder auf Deinem Typen reitest, dann rubble Dir Deine Klitty heiß, das macht nicht nur Dich heißer, sondern auch Deinen Mann, wenn er sieht, wie Du abgehst.

Punkt D: Der Mann
Für den Mann gibt es einen Trick, um beim Verkehr die Klitoris besser zu treffen. Er darf nicht nur raus- und reinflutschen – sondern durch gekonnte Beckenschwünge die Klitoris mit dem Schambein erwischen. Er muss dafür beim Hineinstoßen so leicht von oben kommen. Sein Schambeinknochen rückt dabei ganz dicht – von oben – an Deinen Kitzler ran. Stellt Euch die Bewegung so vor, als würde eine Handfläche ganz eng über eine Tischkante von oben nach unten geführt und dabei dicht rangedrückt werden ... Da Frauen etwas länger brauchen, um zum Orgasmus zu kommen, muss der Mann schon länger durchhalten ...

Und wie gesagt. Dein Mann muss Dich bereits im Vorfeld ausreichend stimulieren, sodass Du schon fast kommst, wenn er es Dir mit Hand, Feder, Zunge, Dildo, Lippen oder Vibrator vor dem Geschlechtsverkehr besorgt ...

Punkt E: Selbstbefriedigung
Finde dabei bewusst heraus, was Du für Berührungen brauchst, um Dich selbst kommen zu lassen. Binde entweder diese Handlungen in Dein Sexspiel ein oder verrate Deinem Partner ein paar Deiner Tricks und Kniffe. Je nach Vorliebe zeige oder erkläre sie ihm.

Punkt F: Stellungen
Es gibt keine Standardstellung für Orgasmen. Jeder braucht andere. Die Missionarsstellung eignet sich dafür, um die im Punkt D beschriebene Übung auszuprobieren. Winkle dabei Deine Beine nicht an, sondern lasse sie möglichst gestreckt, damit kommt Dein Becken höher und weiter nach vorne, das ist orgasmusfördernder. Von hinten ist super für die zusätzliche Kitzlerstimulation mit den Händen. Beim Reiten kannst Du die Eindringtiefe und den Rhythmus selbst bestimmen. Verändere dabei auch den Eindringwinkel durch Vor- und Zurückbeugen. Manchen Frauen hilft es auch, wenn der Kopf vom Bett herabhängt. Probiere einfach alles hintereinander aus ...

Punkt G: G-Punkt
Etwa drei bis sechs Zentimeter hinter dem Scheideneingang befindet sich eine empfindliche Zone. Du kannst versuchen, sie selbst zu erspüren, in dem Du Dir einen oder zwei Finger in die Scheide einführst und damit in Richtung Bauchdecke tippst. Es ist kein Punkt, sondern eher eine Region, die man antippen, streicheln und so reizen kann. Manche Frauen empfinden dabei nichts, andere haben nur das Gefühl auf die Toilette zu müssen, aber andere können sich so selbst stark erregen. Probiere das zuerst bei der Selbstbefriedigung aus. Dann lasse es Deinen Partner mit Deinen Anweisungen versuchen.

Punkt H: Spiele!
All die hier genannten Dinge sind keine Gesetzmäßigkeiten, sondern Anregungen. Jeder experimentiert für sich – und das wie Du ja jetzt weißt lustbetont, spielerisch, geil und locker.

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